Wie Glitzerpartikel die Haut zum Schimmern bringen
Der faszinierende Effekt von Bodylotions mit Glitzer wird durch mikroskopisch kleine Glitzerpartikel erzielt, die das Licht reflektieren und der Haut einen strahlenden Glanz verleihen. Diese Produkte eignen sich für festliche Anlässe und können auch im Alltag eine subtile Eleganz vermitteln. Besonders beliebt ist die Verwendung auf dem Dekolleté oder den Beinen, um diesen Partien einen besonderen Akzent zu verleihen. Der Glitzereffekt kann in verschiedenen Farbtönen angeboten werden, von zartem Silber bis hin zu opulentem Gold. Achte darauf, dass die Partikel gut auf der Haut haften. Ein feuchtigkeitsspendender Primer kann hierzu beitragen, indem er eine klebrige Basis schafft.
Der Glitzer in einer Bodylotion besteht aus Glimmer, Glas oder Kunststoff
Glitzerpartikel in Kosmetik bestehen aus sehr unterschiedlichen Materialien, und nur ein Teil davon ist Kunststoff. Welches Material eine Bodylotion enthält, steht in der INCI-Liste auf der Verpackung. INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, ein international einheitliches System für die Namen kosmetischer Inhaltsstoffe. Nach der EU-Kosmetikverordnung erscheinen Farbstoffe dort mit ihrer Colour-Index-Nummer, kurz CI-Nummer, und sie dürfen nach allen anderen Bestandteilen in beliebiger Reihenfolge stehen. Deshalb findest du Glimmer und Farbpigmente oft erst am Ende der Liste. Als Farbstoff erlaubt sind in der EU nur Stoffe, die in Anhang IV der Kosmetikverordnung aufgeführt sind.
| Material | So steht es in der INCI-Liste | Mikroplastik nach EU-Recht? |
|---|---|---|
| Natürlicher Glimmer, ein Mineral | Mica oder CI 77019 | Nein |
| Glimmer mit farbiger Beschichtung | Mica, dazu zum Beispiel Titanium Dioxide (CI 77891) oder Tin Oxide | Nein |
| Feine Glasplättchen | Calcium Aluminum Borosilicate, zum Beispiel zusammen mit Silica und Tin Oxide | Nein |
| Kunststoffglitzer | Polyethylene Terephthalate (PET), Polymethyl Methacrylate | Ja |
Die rechte Spalte folgt der EU-Verordnung 2023/2055, die feste, biologisch nicht abbaubare Kunststoffteilchen unter 5 Millimetern als Mikroplastik beschränkt. Die österreichische Verbraucherzeitschrift Konsument weist darauf hin, dass beim Abbau von natürlichem Glimmer die Arbeitsbedingungen in der Kritik stehen. Synthetischer Glimmer entsteht im Labor und stammt deshalb nicht aus dem Bergbau.
Natürliche Basisöle pflegen die Haut unter dem Glitzer
Eine hochwertige Bodylotion mit Glitzer enthält oftmals natürliche Basisöle, die pflegen und antioxidative Eigenschaften besitzen. Arganöl ist zum Beispiel bekannt für seine Fähigkeit, die Haut tiefenwirksam zu nähren und ihre Elastizität zu verbessern. Macadamiaöl hingegen zieht schnell in die Haut ein und hinterlässt ein seidiges Gefühl. Diese natürlichen Öle ergänzen die Glitzerpartikel, indem sie die Haut strahlen und zugleich gepflegt aussehen lassen. Auch Mandelöl und Jojobaöl sind häufig vertreten, da sie reich an Vitaminen und Fettsäuren sind, die der Haut zusätzlich zugutekommen.
Glycerin, Hyaluronsäure und Aloe Vera halten die Haut feucht
Um den gewünschten Glitzer- und Schimmereffekt der Bodylotion zur Geltung zu bringen, ist eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung der Haut wichtig. Viele Glitzer-Bodylotions enthalten daher Inhaltsstoffe wie Glycerin oder Hyaluronsäure, die dafür bekannt sind, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Hyaluronsäure kann dabei große Mengen Wasser speichern, was zu einer pralleren und hydratisierten Haut führt. Aloe Vera ist ebenfalls ein beliebter Bestandteil, der beruhigend wirkt und Feuchtigkeit spendet. Diese Kombination sorgt dafür, dass die Haut glänzt und gleichzeitig gut genährt bleibt.
Vitamin E, C und A in Bodylotions mit Glitzer
Vitamine sind in vielen Pflegeprodukten enthalten, auch in Bodylotions mit Glitzer. Vitamin E ist besonders häufig zu finden, da es starke antioxidative Eigenschaften besitzt und freie Radikale bekämpft, die die Haut schädigen können. Vitamin C ist ein weiteres leistungsstarkes Antioxidans, das die Kollagenproduktion anregt und so für straffere Haut sorgt. Darüber hinaus trägt Vitamin A zur Zellerneuerung bei und fördert ein gleichmäßigeres Hautbild. Zusammen pflegen diese Vitamine die Haut, auf der später der Glitzer liegt.
Die EU verbietet Kunststoffglitzer in Bodylotions ab dem 17. Oktober 2029
Kunststoffglitzer zählt zum Mikroplastik. Die EU hat deshalb mit der Verordnung (EU) 2023/2055 synthetische Polymermikropartikel beschränkt. Gemeint sind feste Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind, sich nicht in Wasser lösen und biologisch nicht abbaubar sind. Natürliche Polymere, also in der Natur entstandene Kettenmoleküle, fallen nicht darunter, solange sie chemisch nicht verändert wurden. Die Verordnung gilt seit dem 17. Oktober 2023, gibt Herstellern aber je nach Produktart unterschiedlich lange Übergangsfristen.
| Produktart | Beispiele | Kunststoffpartikel verboten ab |
|---|---|---|
| Loser Glitzer aus Kunststoff | Glitzerpulver für Haut und Haare | 17. Oktober 2023 |
| Kosmetik, die abgespült wird | Duschgel, Shampoo | 17. Oktober 2027 |
| Kosmetik, die auf der Haut bleibt | Bodylotion, Körpercreme | 17. Oktober 2029 |
| Lippen-, Nagel- und Make-up-Produkte | Lipgloss, Nagellack, Lidschatten | 17. Oktober 2035 |
Für eine Bodylotion heißt das: Bis zum 16. Oktober 2029 darf sie noch Kunststoffglitzer enthalten, ab dem 17. Oktober 2029 nicht mehr. Die Frist gilt für alle Körpercremes und Lotionen, die auf der Haut bleiben. Lippen-, Nagel- und Make-up-Produkte, die noch Kunststoffpartikel enthalten, müssen ab dem 17. Oktober 2031 einen Hinweis tragen, dass sie Mikroplastik enthalten. Wer schon heute auf Kunststoffglitzer verzichten möchte, sucht in der INCI-Liste nach Polyethylene Terephthalate und Polymethyl Methacrylate.
Glitzer aus Zellulose, Glimmer und PET schadete in einem Versuch kleinen Gewässern
Glitzer aus Zellulose wird oft als Bio-Glitzer oder als biologisch abbaubar angeboten. Zellulose ist der Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände. Ein Team der Anglia Ruskin University in Cambridge hat untersucht, wie herkömmlicher Glitzer aus PET und alternativer Glitzer aus chemisch veränderter Zellulose, aus Glimmer und aus synthetischem Glimmer auf kleine Süßwasser-Lebensräume wirken. Nach 36 Tagen hatten alle Glitzerarten die Wurzeln von Wasserlinsen verkürzt und die Menge an Phytoplankton verringert, also an winzigen, im Wasser schwebenden Algen. In ihrer 2021 im Journal of Hazardous Materials erschienenen Studie folgern die Forschenden, dass herkömmlicher und alternativer Glitzer beide ökologische Folgen in Gewässern haben können. Glitzer, den du beim Duschen von der Haut wäschst, gelangt ins Abwasser.
Parabenfreie Bodylotions und die EU-Grenzwerte für Parabene
Viele Menschen suchen gezielt nach Pflegeprodukten ohne Parabene. Parabene sind Konservierungsstoffe, die eine Lotion vor dem Verderben schützen. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass einige Parabene das Hormonsystem beeinflussen können. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission hat diese Befunde bewertet und festgelegt, welche Parabene unter welchen Bedingungen erlaubt bleiben. Eine parabenfreie Bodylotion mit Glitzer kommt allen entgegen, die Parabene trotzdem ganz meiden möchten. Hersteller parabenfreier Lotionen konservieren ihre Produkte auf andere Weise, damit Pflege und Glitzereffekt erhalten bleiben.
Die EU regelt genau, welche Parabene in Kosmetik stecken dürfen. Isopropyl-, Isobutyl-, Phenyl-, Benzyl- und Pentylparaben sind verboten, weil die Daten für eine Sicherheitsbewertung nicht ausreichten. Kosmetika mit diesen fünf Stoffen dürfen seit dem 30. Juli 2015 nicht mehr im Handel sein. Methyl- und Ethylparaben gelten nach neuer Datenlage als sicher. Sie dürfen bis 0,4 Prozent einzeln und bis 0,8 Prozent im Gemisch enthalten sein, jeweils als Säure gerechnet. Für Propyl- und Butylparaben zusammen gilt seit 2015 eine Grenze von 0,14 Prozent. In Mitteln, die auf der Haut bleiben und für den Windelbereich von Kindern unter drei Jahren gedacht sind, sind diese beiden Parabene ganz verboten.
Für neue Bodylotions gilt seit August 2026 eine Liste von mehr als 80 Duftstoffallergenen
Enthält eine Glitzer-Bodylotion Parfüm, müssen bestimmte Duftstoffe mit ihrem eigenen Namen in der INCI-Liste stehen. Gemeint sind Duftstoffallergene, also Duftstoffe, die bei manchen Menschen eine Kontaktallergie auslösen können. Nach den bisherigen Regeln mussten 24 dieser Stoffe einzeln genannt werden. Die Verordnung (EU) 2023/1545 erweitert die Liste auf mehr als 80 Stoffe. In einer Lotion, die auf der Haut bleibt, muss ein solcher Stoff genannt werden, sobald sein Anteil 0,001 Prozent übersteigt. In abzuspülenden Produkten liegt die Schwelle bei 0,01 Prozent. Kosmetika nach den alten Kennzeichnungsregeln durften nur bis zum 31. Juli 2026 neu in Verkehr gebracht werden und dürfen noch bis zum 31. Juli 2028 im Handel bleiben. Bei empfindlicher Haut ist eine parfümfreie Bodylotion ohne Glitzer eine Alternative.
Glitzer-Bodylotion richtig auftragen und nach Hauttyp auswählen
Auf leicht feuchter Haut haftet der Glitzer besser
Die Anwendung einer Bodylotion mit Glitzer ist denkbar einfach, jedoch ist es ratsam, sie auf gereinigter, leicht feuchter Haut aufzutragen. So haftet der Glitzer besser und die Haut nimmt die pflegenden Inhaltsstoffe optimal auf. Trage die Lotion in kreisenden Bewegungen auf, bis sie vollständig eingezogen ist. Achte darauf, sie gleichmäßig zu verteilen, um unschöne Flecken oder Ansammlungen von Glitzer zu vermeiden. Besonders effektvoll ist die Anwendung auf exponierten Hautpartien wie Schultern, Armen und Beinen, um diesen Bereichen einen besonderen Glanz zu verleihen.
Welche Glitzer-Bodylotion zu welchem Hauttyp passt
Die meisten Bodylotions mit Glitzer eignen sich für verschiedene Hauttypen, jedoch gibt es auch spezielle Formulierungen, die auf die Bedürfnisse bestimmter Hauttypen abgestimmt sind. Bei trockener Haut ist es wichtig, nach Produkten mit extra feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure oder Sheabutter zu suchen. Für sensible Hauttypen sind Formeln ohne Duftstoffe und Parabene die bessere Wahl, um Irritationen zu vermeiden. Normale bis Mischhaut profitiert von leichten, schnell einziehenden Lotionen. Achte immer auf die spezifischen Bedürfnisse deiner Haut und wähle entsprechend. Bei sehr trockener Haut eignet sich eine Bodylotion mit Urea für die tägliche Pflege, und die Glitzer-Lotion kommt nur zu besonderen Anlässen dazu. Urea heißt auf Deutsch Harnstoff und bindet Wasser in der obersten Hautschicht.
Häufig gestellte Fragen zur Bodylotion mit Glitzer
Ist Glitzer in einer Bodylotion Mikroplastik?
Glitzer in einer Bodylotion ist nur dann Mikroplastik, wenn er aus Kunststoff besteht. In der INCI-Liste erkennst du Kunststoffglitzer an Namen wie Polyethylene Terephthalate oder Polymethyl Methacrylate. Glitzer aus Glimmer (Mica, CI 77019) oder aus feinen Glasplättchen (Calcium Aluminum Borosilicate) zählt nach der EU-Verordnung 2023/2055 nicht als Mikroplastik.
Ab wann ist Kunststoffglitzer in Bodylotions in der EU verboten?
Kunststoffglitzer ist in Bodylotions und in anderer Kosmetik, die auf der Haut bleibt, ab dem 17. Oktober 2029 in der EU verboten. Das regelt die Verordnung (EU) 2023/2055. Loser Kosmetikglitzer aus Kunststoff ist schon seit dem 17. Oktober 2023 verboten, Duschgel und andere abzuspülende Produkte folgen am 17. Oktober 2027.
Schadet Bio-Glitzer aus Zellulose Gewässern?
Ja, Bio-Glitzer aus chemisch veränderter Zellulose hat in einem Versuch der Anglia Ruskin University in Cambridge kleinen Süßwasser-Lebensräumen geschadet. Nach 36 Tagen hatten alle getesteten Glitzerarten, auch Glimmer, das Wurzelwachstum von Wasserlinsen und die Menge an Phytoplankton verringert. Die Studie erschien 2021 im Journal of Hazardous Materials und kommt zu dem Schluss, dass herkömmlicher und alternativer Glitzer beide ökologische Folgen haben können.
Welche Parabene sind in einer Bodylotion erlaubt?
In einer Bodylotion sind in der EU Methylparaben und Ethylparaben bis 0,4 Prozent einzeln erlaubt, Propyl- und Butylparaben zusammen bis 0,14 Prozent, jeweils als Säure gerechnet. Fünf weitere Parabene, nämlich Isopropyl-, Isobutyl-, Phenyl-, Benzyl- und Pentylparaben, dürfen seit dem 30. Juli 2015 nicht mehr in Kosmetik im Handel sein.